19 bleiben?

Frei sein ist wunderschön.

Lange Zeit fühlte sich das Leben an, als wäre ich noch 19. Ich hatte auf die Welt gewartet und sie auf mich. Jeder Atemzug war so unglaublich intensiv. Die ganz grossen Gefühle, Liebe, Erfolg, Unabhängigkeit. Der grosse Traum vom Schauspielern und von der ersten eigenen Wohnung. Was für ein Leben!

Mitte 30 kam die richtig grosse Verantwortung zur Tür herein. Die Woche durchstrukturiert, damit Familie und Beruf nebeneinander sein können, und zwischendrin blieb dieses Quäntchen Freiheit. Eine Yogastunde, ein Zahnarztbesuch, ein Abend mit Babysitter. Unglaublich intensiv war da besonders mein Bedürfnis nach einer durchschlafenen Nacht.

Und heute? 19 will ich nicht mehr sein. Die Verantwortung ist geblieben, und sie hat sich relativiert. Habe ich meine Freiheit eingebüsst? Im Gegenteil: Meinen Träumen bin ich heute ein ganzes Stück näher als damals.