Rattern im Innern

Das Wochenmenü planen, einen Kundentermin vorbereiten, einen Brief beginnen, einen Newsletter andenken, die Sommerferien-Kinderbetreuung organisieren, eine Offerte finalisieren: Es scheint, als trinke sie entspannt einen Cappuccino. Was tut sie wirklich?

Als sich die Tische nach dem Mittagessen geleert und die Büros wieder mit Menschen gefüllt hatten, gab es nur noch eins: Stille. Zumindest äusserlich. Im Innern ratterten sie weiter, die Gedanken, die Fragen, die Termine, die ganze lange To-do-Liste rauf und runter. Bietet das Deutsche einen passenden Begriff für dieses Phänomen? Das Englische kennt «mental load», die Last der Gedanken – einfach, verständlich, neutral. Im ungezwungenen Kontext allerdings trifft das Italienische voll ins Schwarze: «sega mentale», quasi die Masturbation im Kopf, ein munteres Rubbeln von Gedanken, rauf und runter, hin und her. Fragt sich nur, wo da das Happy End bleibt.