Der Abend, an dem Fiona einen Stier gebar

Toggenburger Stilleben: Der Abend, an dem Fiona einen Stier gebar
Toggenburg im Sommer

Als ich gerade ins Nachtgewand verschwinden wollte, bemerkte ich, wie stimmig sich der Tisch hergerichtet hatte. Eine Harmonie in Dunkelbraun – ganz so, als wollte er den kleinen Stier willkommen heissen, der kurz zuvor zur Welt gekommen war. Die schwarzen Hinterbeine zuerst, ein ganz und gar dunkles Tierchen. Ich war beeindruckt gewesen, mit welcher Ruhe Mutter Fiona die Schmerzen der Geburt über sich ergehen liess. Zwischendurch meinte ich ein geduldiges Augenrollen gesehen zu haben, aber das mag menschenmütterliche Interpretation gewesen sein.

Menschenmütterlich erfahren war auch das Verhalten der Bäuerin nach der Geburt: Sie kam, «Fiona zu rühmen». Sie trat an die Mutterkuh heran und sagte ihr liebe Worte für ihre grossartige Leistung.

Noch am selben Abend stellte sich der kleine Stier auf alle Viere.