Selbständig sein und selbständig werden

Wenn der Partner Vollzeit arbeitet und die Grosseltern weit weg wohnen, kann eine eigene Firma von Vorteil sein. So zumindest ist es bei Sandra Hofacker. Seit ihre Tochter den Kindergarten besucht, arbeitet die selbständige Grafikerin 60% –  ohne zusätzliche Fremdbetreuung.

Sandra Hofacker lebt in Glattpark und hat ihr Grafikbüro apfel z design zu Hause eingerichtet. Ihre Tochter Luzie ist 4.

Sandra, wie regeln Du und Dein Partner die Kinderbetreuung?
Sandra Hofacker:
Mein Partner hat nur abends und am Wochenende Zeit. Da unternehmen wir meistens etwas gemeinsam. Unter der Woche ist die Kleine mit mir, wenn nicht im Kindergarten. Uns ist es wichtig, dass sie nicht fünf Tage die Woche in den Hort geht, also mehr fremdbetreut wird, als bei den Eltern ist.

Wenn alle Stricke reissen: Wer ist Euer Back-up?
Lange hatten wir KEIN Back-up. Die Grosseltern wohnen weit weg. Das war eine anstrengende Zeit. Aber mittlerweile haben wir liebe Nachbarn und Freunde, die im Notfall einspringen können.

Wie organisiert Ihr Euch, wenn Eure Tochter krank ist?
Da ich selbstständig bin und Teilzeit arbeite, hüte ich Luzie meistens, wenn sie krank ist. Aber sie ist sehr selten krank! Ich hoffe, das bleibt so.

Ich bin kein grosser Freiheitsfanatiker.

Die Art der Betreuung ändert sich mit dem Alter der Kinder, weg von der körperlichen Abhängigkeit. Wie erlebst Du das?
Momentan ist Luzie noch sehr anhänglich und verschmust. Aber sie möchte auch «alleine spazieren», sprich, den Kindergartenweg alleine bewältigen. Einerseits freue ich mich über ihre erworbene Selbständigkeit, andererseits wird der Abnabelungsprozess sicher nicht immer einfach. Für beide von uns.

Freiheit – was bedeutet der Begriff für Dich als berufstätige Mutter?
Ab und zu mit Freundinnen ausgehen und mal in Ruhe ein Buch lesen. Ein Wochenende nur für mich wäre auch mal wieder toll! Aber ich bin kein grosser Freiheitsfanatiker. Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meinen Liebsten, Freunden und Verwandten.

Was hat sich an Deiner Art zu arbeiten geändert, seit Du Mutter bist?
Die grösste Veränderung war die Arbeitszeit. Vor der Babypause habe ich 100% gearbeitet. Als Luzie acht Monate alt war, kam sie zwei Tage die Woche in eine Krippe. Seither arbeite ich zu Hause. Gerne würde ich wieder in einem Gemeinschaftsatelier arbeiten, aber das liegt gerade finanziell nicht drin. Mit dem Eintritt in den Kindergarten hat sich mein Pensum auf 60% erhöht. Da es leider so aussieht, dass Luzie unser einziges Kind bleiben wird, geniesse ich die Freizeit mit ihr in vollen Zügen.

Wir hatten noch nie einen Babysitter.

Dein Tipp für einen entspannten Abend?
Wir hatten noch nie einen Babysitter. Aber einen entspannten Abend haben wir auch, wenn die Kleine im Bett ist und wir auf dem Sofa kuscheln und einen Film anschauen oder auf dem Balkon sitzen. Luzie fängt jetzt an, bei Freundinnen zu übernachten. Das macht die Zweisamkeit noch romantischer.